Griechenland-Hatz: Die Rentner

Michael Schlecht, MdB, wirtschaftspolitischer Sprecher, Fraktion DIE LINKE, 20.6.2015
Fast 50 Prozent der griechischen Rentner leben unterhalb der von der EU definierten Armutsgrenze von 665 Euro. Dabei ist die Rente das einzige Sozialsystem in Griechenland; sie muss auch dem √úberleben der arbeitslosen Kinder und Enkel dienen.

Falsche Behauptungen √ľber die Schulden Griechenlands

Franz√∂sisches Komitee zur √úberpr√ľfung der √∂ffentlichen Schulden durch die B√ľrgerinnen und B√ľrger. 'Sand im Getriebe', Sondernummer, Juni 2015. Internationaler deutschsprachiger Rundbrief der ATTAC-Bewegung:

‚Ėļ "Wir haben den Griechen geholfen. Sie m√ľssen sich bei uns bedanken."
Eine Studie von Attac √Ėsterreich zeigt auf, wohin die Mittel aus den 23 Finanzierungstranchen flossen, die Griechenland im Zeitraum 2010 bis 2013 aufgezwungen worden waren. 77 % dieser Darlehen dienten zur Rekapitalisierung der griechischen Privatbanken (58 Mrd. ‚ā¨) oder wurden direkt an die Gl√§ubiger des griechischen Staates, in erster Linie europ√§ische und amerikanische Banken weitergeleitet (101 Mrd ‚ā¨). Von 5 geborgten Euro floss nur 1 Euro in die griechischen Staatskassen!


‚Ėļ "Wer Schulden hat, muss zur√ľckzahlen"
Von seltenen Ausnahmen abgesehen, zahlt ein Staat seine Schulden √ľberhaupt nicht zur√ľck: er borgt neues Geld, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Das darf jedoch nicht f√ľr Griechenland gelten. Denn Griechenland besitzt die 'Frechheit', sich gegen das Diktat der Troika zu wehren - Demokratie contra Troika-Diktat.

Und: 1953 wurden f√ľr Deutschland auf der Londoner Konferenz alle Schulden ausgesetzt - bis zu einem 'Friedensvertrag'. Der '2+4-Vertrag' ist ein Ersatz f√ľr einen Friedensvertrag, um die Schulden nicht zur√ľckzahlen zu m√ľssen. Auch die offensichtlichen Opfer des Krieges wurden nie entsch√§digt.

Brandrede des griechischen Premierministers Alexis Tsipras

vor dem griechischen Parlament, zum Stand der Verhandlungen mit den Geldgebern
- Rede, 6. Juni 2015:
" ... Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die ehrlichen Bem√ľhungen der griechischen Regierung, eine faire und umfassende L√∂sung zu erzielen, von manchen als Zeichen der Schw√§che gedeutet werden w√ľrden‚Ķ"