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NS-Geschichte im Grenzland

Flensburger Kameraden
Ironie der Geschichte: Flensburg wurde zur Fluchtburg von Nazigrößen.

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Deutschland hatte Dänemark überfallen, und unsere dänischen Mitbürger wurden eingezogen und sollten sich an Hitlers Kriegsführung beteiligen. Ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissens-gründen gab es damals nicht. Viele haben sich gefügt. Aber einige haben sich dem verbrecherischen Krieg entzogen und haben desertiert, so auch der langjährige Landtagsabgeordnete der dänischen Minderheit, Karl-Otto Meyer, der bis heute erklärt, er habe sich nicht an dem Unrechtssystem beteiligen sondern für Demokratie kämpfen wollen.

Auf Desertion stand damals die Todesstrafe. Das System verfolgte die Deserteure ingrimmig; über 20 000 Soldaten wurden im Laufe des 2. Weltkriegs auf deutscher Seite als Deserteure hingerichtet. Am längsten dauerte das in Flensburg an, wo noch nach der bedingungslosen Kapitulation Soldaten als Deserteure hingerichtet wurden, junge Männer, die einfach gemeint hatten, der Krieg sei zu Ende und sie könnten nach Hause.

Wer von den Deserteuren überlebt hatte, galt in der Bundesrepublik noch über 50 Jahre lang als Straftäter. Erst 2002 hob der Bundestag die Urteile der Militärgerichte gegen Deserteure als Unrechtsurteile pauschal auf. Seitdem sind sie rehabilitiert, aber nicht in Flensburg. In den Köpfen vieler Zeitgenossen gelten sie immer noch als Verräter, Feiglinge und Drückeberger. Mehr Text

Der folgende Bericht liegt mir sehr am Herzen. Die Mit- und Nachwelt muss erfahren, wie die Nazis im Deutsch-Dänischen Grenzland wüteten. Es ist mir unverständlich, warum DER SPIEGEL die Nazi-Propaganda aufrecht erhält, van der Lubbe habe den Reichstag angesteckt.

Heinrich Lienau, “Zwölf Jahre Nacht“.
Mein Weg durch das “tausendjährige Reich“, Flensburg 1949, Dokumentation

Heinrich Lienau war Dolmetscher in der politischen Abteilung des Konzentrations-Lagers Sachsenhausen-Oranienburg, mit der Häftlings-Nr. 15735. Er schreibt in seinem Vorwort, dass sich dieses Buch (262 Seiten) „aus den kleinsten Anfängen entwickelt“ habe und „ohne besonderes Zutun gewachsen“ sei. „An einandergereite Aufzeichnungen, Notizen und Dokumente wurden zu einem Heft und unmerklich "ward ein handliches Buch daraus."

Als die ersten norwegischen Häftlinge als “Zugang“ in das Lager kamen, wurde Lienau als Dolmetscher in die politische Abteilung beordert und kam mit dem spanischen Dolmetscher Emil Byge zusammen. Lienau schreibt „wir gewannen sehr schnell Vertrauen zueinander, und da wir bald erkannten, welch wichtige Fundgrube unsere neue Arbeitsstätte für alle Einblicke im Lagerbereich darstellte, wurde beschlossen, Tagebuch zu führen, obwohl uns bewusst war, dass jede aufgefundene Notiz uns beiden das Leben kosten konnte."

In dem Buch befindet sich eine detaillierte Schilderung über die genauen Hintergründe des Reichstagsbrandes. Sie werden geschildert vom SA-Mann Ernst Kruse, der als einziger von zehn von Göring gedungenen Brandstiftern in die Schweiz fliehen konnte, während die anderen neun SA-Leute als gefährliche Zeugen erschossen wurden.
Inhaltsverzeichnis
S. 1 - 57
S. 58 -107
S.108 -160
S.161 -192
S.193 - 265